Gedankengekrizzel

„Ich lege meinen Rotstift zur Seite. Der war ohnehin fast überflüssig, so genau und klar sind ihre Worte. Aber der letzte Satz, der hat es in sich. Dreimal habe ich ihn jetzt gelesen, und er verliert kein Gramm Tiefe an die Wiederholungen.
Ein Zitat. Franz Marc.
„Es ist etwas Geheimes, was hinter den Menschen und Dingen liegt. Das ist das Schöne, das ich suche.“

Ich auch, Lea.
Ich auch.“

(aus: „Immer da.“ Ein Kammerspiel unter fast freiem Himmel. 2026, unveröffentlicht)

„Jetzt stehe ich hier vor diesem Bild. Diesem Monstrum mit Birke, das meine Wohnzimmerwand in Beschlag genommen hat. Fahre vorsichtig tastend den Stamm des Baumes entlang. Spüre diese rissige Farbrinde unter meinen Fingern.
Und irgendwo ganz tief unten meldet sich ein Gefühl, das zaghaft fragt, ob ich nicht doch Teil von etwas bin.“

(aus: „Landschaft mit Birke“. Über das Echo des Schweigens, 2026, unveröffentlicht)

„Manchmal beginnt Heilung nicht mit einem großen Schritt, sondern mit einem kleinen Moment.
Einem Innehalten.
Einem Bekenntnis.
Und manchmal mit einem Hund auf dem Schoß.

Vielleicht ist der wichtigste Satz dieses Buches am Ende ganz einfach:
Dort, wo man sich selbst nicht mehr verlässt, darf etwas neues beginnen.
Und manchmal –
manchmal reicht das schon für ein kleines, anderes Lächeln.

Zuhause.“

(aus: „Raum. Begegnungen im Dazwischen“, 2026, unveröffentlicht)